Aus Alt wird Schön - der Eingangsbereich des Berufskollegs Köln erstrahlt in neuem Glanz
Zweiter Bauabschnitt 2005
Schüler gestalten ihre Schule um
Ein Bericht zur überbetrieblichen Ausbildungswoche in Köln aus der Sicht von Auszubildenden
Die Schüler (Auszubildende Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau) der Klassen G 504 und 604 haben den 2. Bauabschnitt zur Umgestaltung des Eingangsbereiches des Gebäudes Perlengraben 101 fertiggestellt. Damit sind die bautechnischen Maßnahmen (Wegebeläge und Mauern sowie eine Holzskulptur) fertiggestellt. Die Detailpläne für die Umgestaltungsmaßnahme wurden im Jahr 2003 von den Garten- und Landschaftsbauern der Klasse G 502 im Rahmen des Unterrichtes von Frau Krause und Frau Neugroda entworfen.
Katrin Schiefer und Christopher Frank aus der G 604 berichten über den 2. Bauabschnitt im September 2005
Wenn das Gartenbauzentrum Essen zum Lehrgang ruft, heißt es für uns Kölner Berufsschüler normalerweise: Koffer packen und auf nach Essen. Doch dieses Mal, im Rahmen des Lehrgangs - Erstellen von Belagsflächen - , kam es anders. Ein Teil von uns wurde eingeladen, an einer Projektwoche in Zusammenarbeit mit unserer Berufschule teilzunehmen, wie es sie im Jahr 2004 schon einmal gegeben hat. Oftmals waren wir während unsere Berufsschultage an der Natursteinmauer vorbei gegangen, haben die Bepflanzung des Beetes heranwachsen sehen und sind über den bebilderten Natursteinweg in den Eingangsbereich unserer Schule getreten. Daher wussten wir schon vorher, welch hohen fachlichen Anspruch wir erfüllen mussten. So war es überhaupt nicht erstaunlich, dass dieser Lehrgang ganz anders wurde als man es bisher kannte.
Die Praxis überwog dieses Mal ganz klar. Aufgeteilt in zwei Gruppen haben wir entweder zuerst mit dem Mauerbau oder zuerst mit dem Erstellen von Belagsflächen begonnen. Beim Mauerbau lernten wir vor allem, dass "bossieren" nicht etwa heißt, dass wir jetzt auch ein mal ein wenig "Boss" spielen durften, sondern das es das Beschlagen von Natursteinen. Die Enttäuschung war schnell verflogen, als wir merkten, dass auch diese Definition von "bossieren" ziemlich viel Spaß machen konnte - bis der Stein wieder an einer Stelle gebrochen war, die eigentlich erhalten bleiben sollte.
Die erste Lage der Natursteinmauer wurde in Beton gesetzt, um der gesamten Mauer mehr Halt zu geben. Die folgenden Lagen wurden trocken ohne Bindemittel auf diese aufgesetzt. Dabei sollte auf ein gleichmäßiges Fugenbild - ohne Kreuzfugen -, mit einer möglichst großen Überlappung zwischen den Steinen geachtet werden. Zwar kam dadurch zeitweise das Gefühl auf, man befände sich in einem großen Puzzle, aber dafür freute man sich um so mehr über jeden weiteren Stein, den man gesetzt hatte: er sitzt, er sitzt, ... oh nein er wackelt. Glücklicherweise war dies ein Puzzle bei dem man Ecken abbrechen und "dran kleben" durfte: wackelnde Steine wurden noch einmal beschlagen oder ausgezwickt. So wuchs die Mauer Schicht für Schicht bis auf die gewünschte Höhe an. Zwischendurch hinterfüllten wir sie immer wieder mit einem verdichteten Schottergemisch. Die Mauerkrone wurde mit einer Schicht dünnerer Bruchsteine abgeschlossen. Für die Bepflanzung des Beetes wurde die Fläche hinter den Mauern wieder mit Oberboden aufgefüllt.
Neben der Mauer war noch die Belagsfläche fertig zu stellen. Unser Abschnitt bestand aus zwei Berufssymbolen und dem Schriftzug "Berufskolleg Köln" die von einem wilden Verband - aus Klinker, Natursteinen jeder Art und Größe und 40x40cm Betonplatten - eingeschlossen wurden. Beim Verlegen der Natursteine, besonders bei den Symbolen und dem Schriftzug, konnten wir unsere gerade gewonnenen Erfahrungen im Bossieren weiter vertiefen, denn auch hier mussten wir die Steine in die gewünschte Form geschlagen. Stein für Stein haben wurde hammerfest in das Splittbett gehauen. Am Ende haben wir einen kleinen Spurt einlegen, um die Wegefläche fertig zu stellen.
Mit viel Freude auf einen entspannten Feierabend und ein Stolz, haben wir dann unsere Werkzeuge zusammen gepackt, und eine tolle Woche Lehrgang in Köln abgeschlossen. Vielen Dank Herrn Dammasch für die tolle Veranschaulichung der Theorie und besonders der Praxis!
Die Holzskulptur hat Herr Dammasch, Ausbilder am Gartenbauzentrum Essen, mit einer weiteren Gruppe noch eine Woche später aufgestellt. Vielen Dank!
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